Zürich zufällig von seiner schönsten Seite erleben

Nach einem abendlichen Spaziergang an der Züricher Promenade habe ich Lust auf ein Bier und steuere einen relativ unscheinbaren Imbiss am Bellevue-Platz an. Zugegeben, es ist schon eine Weile her, dass ich die Schweiz zuletzt besucht habe. Das Bier ist gezapft und ich zücke meine Scheizer Banknote. Ungültig. Das Urteil der Bedienung ist vernichtend. Die Schweiz druckt regelmäßig neue Banknoten und ich hatte noch einen Hunderter aus der 6. Serie, die 1976 aufgelegt worden ist. Die Noten sind zwar noch bis 2020 gültig, aber als alltägliches Zahlungsmittel nicht mehr bekannt. Was also tun? Das Bier steht auf dem Tresen und die Verkäuferin akzeptiert mein einziges Geld nicht.

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Ist der ganz alte (der hintere) noch gültig oder nur noch der ziemlich alte?

Die Rettung heißt Beat. Beat Wütherich steht neben mir und erklärt sich bereit, die Banknote zu kaufen. Das heißt, er tauscht sie gegen aktuelle Noten aus und so kommen wir ins Gespräch. Beat, so stellt es sich im Gespräch heraus, war zehn Jahre lang Koch im Team von FIFA Koch Jacky Donatz. Er kennt sich also aus und von ihm erfahre ich die ersten Geheimtips der Züricher Gastronomie.

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Der Riviera-Imbiss existiert schon seit 35 Jahren und ist eine Institutuion in Zürich. Beat darf zu Caetano hinter den Tresen kommen.

Ich erfahre, dass der Riviera-Imbiss eine Institution in Zürich ist und werde Caetano vorgestellt, der sein Etabissement an diesen zentralen Platz schon vor 35 Jahren eröffnet hat. Dieser Treffpunkt hat es lokal zu enormem Ansehen gebracht und unzählige Bürgerbegehren konnten bislang verhindern, dass an seiner Stelle, wie von der Stadtverwaltung geplant, etwas Abgehobeneres entstehen sollte. Aber noch ist der Fortbestand nur bis zum Jahr 2019 garantiert.

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Caetano zeigt Beat seine Züchtungserfolge. “Auch in der Schweiz kann Gemüse gut gedeien, wenn es nur italienische Wurzeln hat.” (Im Hintergrund hängen übrigens als Dekoration alle inzwischen abgelaufenen Schweizer Banknoten.)

Caetanos Familie führt inzwischen den Laden und er selbst beschäftigt sich, wenn er sich nicht um die Gäste kümmert, mit seinen Hobbies. Er reist oder züchtet Tomaten, Zucchinies und alles Mögliche, was er auch stolz mit seinem Handy fotografiert hat.

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