Neues Logo für das ZDF

Seit Intendant Schächter mit seinem Vorschlag, den Vertrag des Chefredakteurs Nikolaus Brender zu verlängern, an der von CDU-Ministerpräsidenten organisierten Ablehnung im Verwaltungsrat gescheitert ist, muss sich das ZDF CDF im Internet mit einem neuen Logo auseinandersetzen.

Schütze Pinsel greift ein

In der Rubrik Die Wahrheit hat die TAZ schon 2001 über die ästhetische Flankierung ihrer Aktionen berichtet. Heute bespricht die TAZ ZWEI in der Rubrik Alte Meister unter dem Titel General zu Guttenberg ein Foto des Verteidigungsministers 1 im Flugzeug auf dem Weg nach Afghanistan.
Online ist das Bild auf der Website des Tagesspiegel allerdings mit anderen Credits zu sehen.

Alles läuft zu auf Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in dieser Momentaufnahme eines Reuters-Fotografen. Die Bildachsen der ihn umgebenden Soldaten auf dem Flug nach Afghanistan treffen ihn von Vorn und von den Seiten, scheinen ihn zu erheben. Allein der Soldat vorne rechts blickt zum Betrachter und wird so sein Stellvertreter in der Gegenwart des Potentaten, dessen leicht schiefe Krawatte auf ihn weist. Duttenberg thront über dem Geschehen in einer Poise, die jener des Sonnegottes Ludwig XIV. in den Darstellungen des Malers Hyacinthe Rigaud ähnelt. Selbst im Kampfeinsatz sitzt sein Anzug tadellos. Die entschlossen an den BHosenbund gelegten Hände weisen hinab zum Kraftzentrum des Mannes. Locker und doch entschlossen blickt er hinaus aus dem B ild in eine Weite, in der die Antworten liegen, deren Fragen nur er kennt. Kunsthistorisch interessant sind die Figuren der beiden Männer rechts, die wie in einem Fensterrahmen zu stehen scheinen. Sie erinnern an die Stifterfiguren in religiösen Darstellungen des Mittelalters.
Der Stifter rechts dürfte in diesem Falle eine Allegorie des Steuerzahlers sein, der Mann danaben mit der Fotokamera für die interessierte Medienöffentlichkeit stehen.

Plagiatorentastatur

  1. Zu sehen ist es noch auf der Website der Bundesregierung

Luna-Trees

Uwe Dressler und Stephan Waldhelm präsentieren ihr Buch “Luna-Trees”1 über die verschwundene Stadt Otzenrath. Auf 120 Seiten präsentieren sie in DIN A 3 Überformat 133 Fotos. Besonders eindrucksvoll die Besteigung des Mammutbaums hinter dem alten Rittergut Leuffen2.

In seinem Vorwort schreibt Stephan Waldhelm:

Nun denn … wie soll ein Vorwort für ein Buch verfasst werden, das eigentlich in Gänze ohne Worte auskommen würde – zumindest wenn es nach meinem Empfinden ginge.
Wobei aufgrund dieser Umschreibung ja schon der „Hase im Pfeffer“ liegen könnte.

Ohne Worte !? – Wortlos ? – Sprachlos ? – Fassungslos !?

Könnte man sein, wenn die Erkenntnis eintritt, dass alle hier abgebildeten Bäume/Lebewesen nicht mehr existent sind! Ich muss gestehen, dass aufgrund der emotionalen Verbundenheit mit ihnen meinerseits die Versuchung groß war, der daraus resultierenden Fassungslosigkeit und Wut nachzugeben und aus diesem Buch eine Anklage werden zu lassen. Es wäre einfach und ein Leichtes gewesen, allerdings wäre das Ergebnis ausgesprochen negativ behaftet und alles von nur einem Blickwinkel aus betrachtet worden. Zumal: Negativfakten haben wir zur Genüge – die Welt ist augenscheinlich voll davon!

Alle hier abgebildeten Aufnahmen sind in der Sekunde der Entstehung meine emotionale und von daher subjektive Sicht der Dinge – relativ! Eine Frage des Blickwinkels!
Und genau diese Freiheit will ich erhalten wissen. Der Betrachter möge sich aus diesen Aufnahmen emotional und rational herausnehmen was er möchte. Ferner bin ich nicht willens, irgendeiner Fraktion, welche politische oder wirtschaftliche Intention sie auch vorgibt zu vertreten, zuzuspielen. Um wie viel interessanter wären doch die Diskussionen auf Grundlage der Annahme, dass keine Fraktionen notwendig sind bzw. mit der hypothetischen Erkenntnis unsererseits, dass wir alle im gleichen Boot sitzen – sprich wir nur dieses eine Boot haben!

Bäume haben in der Geschichte der Menschheit immer eine bedeutende Stellung eingenommen und werden dies auch weiter tun. Dass Sie mit die größten Sauerstoffhersteller sind, muss hier nicht näher erläutert werden. Von ihrer Schönheit und Würde, ihrer spirituellen und religiösen Stellung ganz zu schweigen. Wir werden mehr Arbeit und Anstrengungen aufbringen müssen als bisher, gerade im Hinblick auf die heranwachsenden Generationen die nach uns kommen. Das Problem der Klimaerwärmung und die immer noch stetige Umweltzerstörung bzw. die rücksichtslose Ausbeutung der Natur sind die größten Herausforderungen der Menschheit im Jetzt. Werden wir diese Probleme erkennen und lösen?

Sicher nicht, indem wir weiter in unseren Fraktionen verharren und uns gegenseitig mit Schuldzuweisungen torpedieren und uns in endlosen Debatten verlieren. Zumal uns eines langsam aber sicher dahinschwinden wird: Zeit! – Wir haben keine Zeit mehr um sie zu verschwenden! Aus meiner eigenen Erfahrung heraus ist sicherlich einer dieser Wege die Sensibilisierung und die sich daraus ergebenden Erfahrungen, gerade was die Bäume und die Natur angeht. Dieses Buch kann und soll anregen und vielleicht auf die eine oder andere Art und Weise unbequem werden. Es vermag und soll nicht den Weg zum „Draußen“ und zur Natur, sowie den Bäumen ersetzen. Bei unseren „Kletterwanderungen“ in den Kronendächern hat sich allen die daran teilgenommen haben, besonders den Kindern, eine neue Welt eröffnet und somit wäre ein Schritt gemacht.

SIE sollten es auch versuchen! Wir sehen uns oben…

Stephan Waldhelm im November 2008

Mehr über das Baumklettern:
Glückssuche in der Baumkrone
Baumklettern im Park
Bildergalerie

  1. Luna ist der Name eines Baumes, der von Umweltaktivisten in Kalifornien lange besetzt war. Da das Baumhaus nur in einer Vollmondnacht gebaut werden konnte, erhielt es diesen Namen. Julia Butterfly Hill verbrachte mehr als drei Jahre auf dem Baumhaus.
  2. Das Rittergut befand sich zum Zeitpunkt der Besteigung schon im Besitz der RWE. Darüber, ob es von den früheren Eigentümern so ganz freiwillig überlassen wurde, ist jegliche Spekulation erlaubt. Zur Besteigung hat das RWE nicht eingeladen. Die Dokumentation hat es aber zum Glück auch nicht verhindert.

Brocken aus den Cliffs

Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamyAn der Südküste Englands, der Jurassic Coast, fallen immer mal wieder kleinere oder größere Brocken von den Kreidefelsen.


Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamySchilder warnen davor, ihnen allzu nahe zu kommen.


Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamyJahrtausende lagen sie dort und wurden vom Meer kleingemahlen. Oder …


Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamyEin Künstler schaut genau hin und legt frei, was die Brocken uns zu sagen haben.


Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamyAlex Johnson schuf am Strand von Beer das freundliche Monster.


Alex Johnson; © 2008 Georg Berg / AlamyLeider ist es zu schwer als dass es jemand kaufen könnte.